Bali Knigge

Posted by on 23. November 2011

Umgangsformen der Balinesen

 

Da in der westlichen Welt die Umgangsformen sich ziemlich ähneln, ist es vielen gar nicht so geläufig das es Länder gibt in denen sie mit ihrem Verhalten dem Menschen vor den Kopf stoßen, ja womöglich sogar jemanden beleidigen.
Damit man Indonesien mit vielen neu gewonnenen Freundschaften verlässt, ist es ganz besonders wichtig dem Balinesischen Knigge einige Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Zu Weihnachten kennt es ja fast jeder von seiner Familie, jeder ist irgendwie um Harmonie in der Familie und zu den Freunden bemüht. Wie schwer das ist, und das dies oft erst Konflikte provoziert, kennt sicher auch jeder. Jetzt dürfen wir die Balinesen an dieser Stelle erst richtig bewundern, denn das was bei uns nur zu Weihnachten (mehr oder weniger erfolgreich oder erfolglos) betrieben wird, ist Teil ihrer alltäglichen Kultur. Wer sich in diesem Dunstkreis bewegt sollte dies nicht nur wissen, sondern sich auch anpassen (gar nicht leicht). Jeden Morgen werden Opfergaben verteilt
Wer früh Morgens beobachtet wie die Balinesen beten und Opfergaben für verschiedenste Geister deponieren und das ganze mit erstaunlicher Ruhe und Konzentration, alles nur um für ein Gleichgewicht der Kräfte (Gut und Böse) zu sorgen, der bekommt einen Eindruck davon was auf Bali das streben nach Harmonie bedeutet. Es erfüllt das komplette leben der Balinesen. Es werden jegliche Art von Konfliktaustragung vermieden. Das Gesicht zu wahren (nicht das Antlitz sondern die Würde eines jeden Menschen) ist extrem wichtig. Die Würde eines Menschen anzutasten ist ein Sakrileg, das selbst Ausländern nicht verziehen wird. Lautstarke Auseinandersetzungen, harter Tonfall, harte Kritik zählen übrigens auch dazu. Es geht sogar soweit das das Wort “nein” (im indonesischen “tidak”) sogar vermieden wird, eher sagt man mungkin (vielleicht/eventuell) oder belum (später/noch nicht). Oft sagt man auch ja, wo der Unterton dann wohl das nein zum Ausdruck bringt (für Balinesen üblich, für Ausländer extrem verwirrend).

 

 

 

Fettnäpfchen ausweichen als Grossaufgabe

 

Hier sei gesagt, das die Balinesen meist SO freundlich und höflich sind, das sie einen noch nicht einmal darauf hinweisen, das man sich grad total daneben benimmt, sondern übersehen einen dann beinahe. Andere belächeln es wenn man sich blamiert.
Wenn man einige Dinge beachtet kann man die größten Fettnäpfchen vermeiden, was wohlwollend und freundlich von den Balinesen zur Kenntnis genommen, allerdings auch nicht Kommentiert, wird. Sollte dennoch mal ein Missgeschick passieren, gilt es dies mit einem lächeln wegzuzaubern (ganz wichtig).

 

Kleidung
Zwar wird man wahrscheinlich nur Geschäftsleute, die mit westlichen Geschäftspartnern zu tun haben, im Anzug sehen, dennoch legen die Balinesen sehr viel Wert auf passende Kleidung. Als passend gelten im Tempel oder bei Besuchen generell bestimmt NICHT Shorts, kurze Röcke, Badehose, Bikini-Oberteil oder andere ärmellose Oberteile. Das ist eher was für den Strand.

 

Körperkontakt
So manch ein Sex-Tourist vergisst gerne das Körperkontakt in der Öffentlichkeit, in so mancher Kultur ein absolutes Zeichen von Respektlosigkeit ist, so auch auf Bali. Bei den Balinesen ist vor allem der Kopf tabu, er darf auf keinen Fall berührt werden, da er als Sitz von Geist und Seele angesehen wird.

 

Gesprächsthemen
Um nicht in einer Sackgasse zu landen, oder um das Risiko eines Gesichtsverlustes zu umgehen, sollte man verfängliche Themen wie z.B. Politik vermeiden.
Viel besser ist das Thema Fußball, manch ein deutscher Urlauber war schon verblüfft wie gut sich die Balinesen mit deutschem Fußball auskennen.

 

Einladungen
Generell spricht es für sie wenn sie eingeladen werden, jetzt nur nicht zu übermütig werden, das könnte alles verderben. Generell gilt nicht die anderen Punkte außer Acht zu lassen. Zudem sollte man wissen das Pünktlichkeit auf Bali ein wenig anders aussieht wie in Deutschland, hier ist eine akademische viertel bis halbe Stunde völlig ok und wird Gummi zeit (waktu karet) genannt. Vor betreten eines Hauses ist es wichtig die Schuhe auszuziehen (meist stehen schon einige Schuhe dort). Zur Begrüßung reicht man durchaus die rechte Hand (nur halt keinen festen Händedruck) und um zu unterstreichen das die Begrüßung von Herzen kommt, kann man anschließend die eigene Hand an die eigene Brust drücken. Wenn man ein Begrüßungsgeschenk mitbringt wird das bestimmt gut ankommen, nur sollte man beachten es mit der rechten Hand zu überreichen. Der Gastgeber wird es annehmen und einfach (ungeöffnet und scheinbar achtlos) an die Seite legen, was nur zu bedeuten hat das der Gastgeber kein gieriger Mensch ist (erfreuen wird das Geschenk bestimmt).

 

Das richtige Hinsetzen
Da ich so manches mal auf Bali mit schmerzenden Beinen aufgestanden und davon getorkelt bin halte ich diesen Part für erwähnenswert.
Meist sitzen die Balinesen auf dem Boden (Männer im Schneidersitz und Frauen winkeln die Beine seitlich am Körper an) wichtig ist dabei das man die Fußsohlen nicht auf eine andere Person richtet, da diese als unrein gelten. Wer diese art zu sitzen nicht gewohnt ist (wer ist das in Europa schon) wird schnell fürchterlich schmerzende Beine haben. Ich habe, um es überhaupt irgendwie aushalten zu können, ab und zu (ohne eine große oder auffallende Nummer daraus zu machen) die Beine abwechselnd übereinander gelegt.

 

Gesten
Sicher habe sie schon davon mal gehört, das Gesten oder Handzeichen, von Land zu Land eine andere Bedeutung haben. Deshalb sollten sie alle Handzeichen, bei denen sie unsicher sind, unterlassen. Auf gar keinen Fall sollten sie mit dem Finger auf jemanden zeigen. Man sollte auch nicht nach dem Kellner oder dem Taxi laut rufen, beide macht man durch Augenkontakt und einem Winken, bei dem die Handfläche nach unten gerichtet ist, auf sich aufmerksam. Wer seinen gegenüber nicht beleidigen will, sollte bei Unterhaltungen nicht die Arme vor der Brust verschränken oder sie in die Hüften stützen.

 

Verhalten im TempelMenstruirende Frauen haben keinen Zutritt
Als erstes sollten sie die richtige Kleidung für solch einen Anlass tragen. Dann trägt man eigentlich immer einen Sarong und eine Scherpe, wenn man den Tempel betritt, bei manchen Einrichtungen darf man sogar nur barfuß eintreten. Seltsamer weise haben die Balinesen meist keinerlei Problem damit, wenn Ausländer bei Religiösen Zeremonien anwesend sind und sogar Fotos machen, dennoch sollte man ihre Gastfreundschaft nicht überstrapazieren und rücksichtsvoll sein. Vorzugsweise nicht auf Mauern klettern (egal ob man sich hinsetzen oder eine bessere Perspektive für ein Foto haben will), auch nicht zwischen betenden und dem Altar durchlaufen oder laute und störende Unterhaltungen führen.
WICHTIG: Damen sollten unbedingt beachten das sie, während sie besuch von ihrem monatlichem Freund haben, keinen Tempel betreten. Logischer weise sind die Tempel heilig und dürfen deswegen nicht von sowas wie unreinem Menstruationsblut verunreinigt werden. Generell: Blut auf dem Boden eines Tempels, führt zu einer langen und aufwendigen Reinigungszeremonie.

 

Essen
Hier warten auch noch ganz viele Stolpersteine und Fettnäpfchen auf sie. Als erstes ist wichtig das sie nicht die linke Hand zum essen nehmen, denn meist (außer in Restaurants) essen die Balinesen mit der (rechten) Hand, denn die linke gilt als unrein und wird für den Gang zur Toilette verwendet. Manche Speisen sind für Europäer sehr ungewohnt, probieren sollte man dennoch wenigsten ein kleines Stückchen (um der Höflichkeit gerecht zu werden). Wenn es ihnen gut schmeckt sollten sie dennoch nicht zu viel essen, man sollte immer ein kleinen Happen übrig lassen, damit man nicht den Eindruck erweckt es könnte zu wenig Aufgetisch worden sein.

 

 

 

3 Responses to Bali Knigge

  1. Chasity Whitfield

    Touristen-/Geschäftsvisa bei der Einreise: 30 Tage (einmalige Verlängerung um weitere 30 Tage möglich). Visum bei der Botschaft: Die Einreise muss innerhalb von 90 Tagen nach Visumerteilung erfolgen. Die maximale Aufenthaltsdauer für vorab beantragte Visa ist unterschiedlich und sollte bei der konsularischen Vertretung im Einzelfall erfragt werden.

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