Spirituelle Reise auf Bali

Mein Bericht über meine Tagesreise / spirituelle Reise auf Bali. Besuch und Zeremonie im Pura Tirta Empul, Pura Gunung Kawi und Pura Tanah Lot. Spoiler: Sie dauerte einen Tag.

Balinesische Maske

Auftakt: Spirituelle Reise

Wayan fragte mich was ich den am Sonntag so machen möchte. Im Laufe unserer Unterhaltung stellte sich heraus, das ich Lust darauf hatte mal wieder Tirta Empul (ein Tempel der um eine heilige Wasserquelle gebaut wurde) und Tanah Lot (das ist ein Tempel auf einem Felsen an der Westküste Balis) zu besuchen.

Tirta Empul hatte ich schon öfters besucht und empfand es immer als erfrischend und eine schöne Erfahrung. Tanah Lot hatte ich bisher nur einmal gesehen. Das war auf meiner allerersten Reise nach Bali im Jahr 2010. Da ich damals als Tourist dort war, hatte es zur Folge das ich Eintritt bezahlte und den eigentlichen Tempel nicht betreten durfte, da dieser nur für Zeremonien betreten werden darf.

Wayan war sofort begeistert und fing an mit Manku Kadek sofort diesen Ausflug zu planen, was wir so zu essen und zu trinken mitnehmen sollten usw. Sie fügten dann auch noch Gunung Kawi hinzu. Auch den Kindern gefiel diese Idee sofort. Pingkan und Intan erweiterten unsere Gruppe dann noch um ihre Freunde. Wir waren damit dann insgesamt also Acht Personen und trafen uns morgens um sieben Uhr. Alle packten einmal ein komplettes Set traditioneller balinesischer Kleidung in die Tasche und eines wurde angezogen. Reichlich Wasser, Kaffee, Snacks, Nasi Bunkus und viele Opfergaben eingepackt. Dann ging es los.

Spirituelle Reise die 1. Pura Tirta Empul

Tirta Empul liegt bei Tampaksiring, das ist östlich von den Tengalalang Reisterrassen und Nördlich von Ubud. Die spirituelle Reise fängt hier an. Der Tempel um die Quelle wurde, einer alten Schrift zu folge, schon vor über 1000 Jahren errichtet. Das gesamte Tempelgelände ist um eine den Hindus heilige Wasserquelle herum gebaut. Die Quelle selber ist von einer Tempelmauer umgeben. Auf Schildern wird darum gebeten nichts in die Quelle zu werfen. Wer über die Mauer schaut, wird den Namen verstehen können, denn Tirta Empul bedeutet so viel wie “Sprudelnde Quelle”. Man kann bis auf den Grund des Quellsees blicken und deutlich erkennen wie die Quelle den Sand des Grundes immer wieder aufsprudeln lässt.

So ein kleiner Schuft

Als wir auf dem Parkplatz aus den Auto stiegen, fiel mir auf der linken Seite vom Tempel, das höher gelegene Anwesen wieder ins Auge. Mir hatte Manku Kadek mal bei einem Besuch hier erzählt das dieses Anwesen vom ehemaligen Präsidenten Sukarno errichtet wurde. Womöglich hatte er in den 50ern den Anblick von entblößten Brüsten genossen. Damals war es noch nicht üblich das die Damen sich oben herum bedeckt hielten, während sie ein Bad in den zwei Becken nahmen.

Zeremonien und Tempelanlage

Wir betraten die Tempelanlage, mussten dabei auch keinen Eintritt entrichten, da wir hier waren um eine Zeremonie durch zu führen und alle komplett in traditioneller Kleidung gehüllt waren. Wir bekamen allerdings alle eine grüne Karte. Das ist eine neue Regelung seit Corona. Es werden neuerdings bunte Karten verteilt, damit nicht alle einfach sich rein drängen und alles etwas geordneter abläuft.

Wir also Ersatzkleidung in ein paar Spinte geschlossen, dann zur ersten Zeremonie an den Eingang. Danach kurz gewartet bis Grün (unsere Farbe) aufgerufen wurde und dann rein ins kühle Nass. Es handelt sich um zwei Becken, umrandet von schwarzen Vulkangestein und sie sind etwa Hüft- bis Bauchnabeltief. Auf der einen Längsseite ist die Quelle und an der Seite sind Fontänen aus denen das Quellwasser läuft.

Wir fingen also an der linken Seite an und stellten uns in einer Reihe vor der ersten Fontäne auf und ab da wird in einem bestimmten Ritual von der Fontäne getrunken und sich darunter gewaschen. Danach die rechts davon gelegene und so weiter. Bis auf zwei die man auslässt und so weiträumig wie es nur geht meidet, da diese nur für verstorbene gedacht sind.

Danach haben wir uns also umgezogen und sind in die Anlage hinter der Quelle gegangen, um dort die nächste Zeremonie abzuhalten. Mir war dort trotz einer brennenden Sonne nicht wirklich heiß, das kühle Nass der Quelle lies mich angenehm wohlig fühlen.

Spirituelle Reise die 2. Pura Gunung Kawi

Meine spirituelle Reise kam hier zu seinem von Manku Kadek und Wayan zusätzlich hinzugefügten Teil. Gunung Kawi ist unweit südlich von Tirta Empul gelegen. Ich war schon zwei mal zuvor hier gewesen. Mein erster Besuch, es war damals kurz vor Sonnenuntergang, kann schon eher als Geistergeschichte bezeichnet werden. Gunung Kawi, oder auch Königsgräber von Gunung Kawi, besteht (wie der zweite Name vermuten lässt) nicht nur aus einem Tempel. Es ist allerdings auch etwas irreführend, denn Leichname sind hier nicht. Hier handelt sich eher um Gedenkstätten, was aber nicht minder beeindruckend ist.

Insgesamt führen in etwa 300 Treppenstufen in ein Tal hinunter, das zur rechten mit Reisterrassen gefüllt ist und zur linken in eine beeindruckende Anlage führt, die in den Felsen gehauen ist. Auf beiden Seiten des Flusses sind jeweils 5 große in die Felswand gearbeitete Grabstätten. Man befindet sich erst auf der einen Seite, überquert dann eine Brücke zur anderen Seite, wo sich dann auch noch ein typischer balinesischer Tempel befindet und der älteste Teil der Anlage, eine  Mönchsklause, der nur Barfuß betreten werden darf und über 1100 Jahre alt ist.

Unsere 8er Prozession betrat die Anlage auch diesmal unbehelligt von den Kassierern am Eingang (Eintritt dürfte in etwa bei einem Euro liegen). Opfergaben wurden auf beiden Seiten vor den Grabstätten niedergelegt. im Tempel ließen wir uns zu einer Zeremonie nieder. Ich entdeckte ein Schild das mich schmunzeln lies. Wer nicht wie wir, einen Mangku mit bringt, kann eine Telefonnummer anrufen und sich einen kommen lassen.

Nach der Zeremonie wurden noch reichlich Selfies und Fotos gemacht und dann machten wir uns auf den beschwerlichen Weg zurück zum Auto und dies mitten in der Mittagshitze.

Spirituelle Reise die 3. Pura Tanah Lot

Der Pura Tanah Lot ist etwas westlich von Canggu gelegen und damit ziemlich weit von den anderen beiden Orten entfernt. Dennoch wollten wir unbedingt dort hin, war dies doch schließlich etwas besonderes für mich. Ich war hier nur einmal zuvor gewesen. Damals aber als Tourist und daher nicht in den Tempel gekommen, da der Zugang zum eigentlichen Tempel, nur für Zeremonien zugelassen ist.

Wir sind also wieder als Prozession durch die Kontrollen am Eingang durch ohne behelligt zu werden. Daher kann ich dir, lieber Leser, auch nicht mitteilen was Aktuell als Eintritt von Touristen verlangt wird. Trotz der Nähe zu Canggu, dem heutigen Touristischen Zentrum Balis, war sowohl der Parkplatz wie auch die Anlage, alles andere als voll.

Wir sind also zuerst zur Höhle am Fuße des Tempelfelsens. Der Wasserpegel war noch niedrig und man konnte noch rüber laufen. Das ändert sich binnen weniger Stunden und der Wasserpegel steigt an und es wird schwer noch rüber zu gehen. Nach dem wir dort an der Wasserquelle gesegnet wurden konnten wir hoch in den Tempel gehen. Nach der Zeremonie dort haben wir noch ein paar schöne Bilder geschossen.

Balinesische Maske

Author: Jörn

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