Barong Tanz

Posted by on 20. Juli 2011

Barong – Tanz in Padang Bai

Ich war schon ein paar Tage in Padang Bai, in diesem Balinesischen kleinen Ort Westlich von Candi Dasa gelegen, wo die Fähren von und nach Lombok und den Gilli´s fahren, als mich Kadek einlud bei dem Örtlichen Barong Tanz beizuwohnen. Ich hatte schon einige Tage vorher eine Barong Aufführung in Ubud gesehen, dachte mir aber, da in Ubud der Tanz für Touristen aufgeführt wurde, das es hier etwas anders sein würde, ahnte allerdings nicht einmal Ansatzweise was mich erwarten würde.Der Eingang zum Tempel in Padang Bai
Bevor es zum Tempel ging holte mich Kadek ab und es wurde erstmal die richtige Balinesische Kleidung angelegt. Ein Sarong, darüber noch ein kleinerer Sarong, ein Bali-Hemd, ein Tuch um den Kopf und einen Korb mit Opfergaben in der Hand. Dann erreichten wir so gegen 16:00 Uhr den Tempel, wo schon eine ganze Menge Leute sich vor dem Tempel auf dem Boden gesetzt hatten. Ich wurde um eine Spende für den Neubau des Tempels gebeten, was ich dann in Rupiah (nicht Steine) tat, dafür durfte ich mich dann in eine Liste eintragen. Keine Ahnung was diese Liste für eine Bedeutung hatte.
Kadek hielt mit einigen seiner Freunde ein Pläuschchen während wir auf seine Frau und seine Kinder warteten, es wurde natürlich sich wieder nach mir erkundigt (seine Freunde fragten Kadek richtig löcher in den Bauch), als seine Familie dann eintraf setzten wir uns zu den anderen vor dem Tempel auf die Strasse.
Es wurde gebetet und der Priester ging anschließend herum und spritzte alle nass und es wurde nasser Reis auf die Stirn gedrückt.
Nach der Tempelzeremonie startete das Gamelan-Orchester, welches rechts vom Tempel sich mitten auf der Strasse aufgebaut hatte, laut klangen die Gongs, Trommeln, Flöten und so weiter durch die Straße. Alle setzten sich zu beiden Seiten der Strasse entlang hin, wo wir uns dann anschlossen. Bevor der Barong kam wurde zuerst der Begrüßungs-Tanz aufgeführt, und zwar von einigen bezaubernd hübsch zurecht gemachten Damen.Der Begrüssungs-Tanz bei der Barong-Tanz Aufführung in Padang Bai
Die Damen bewegten sich sehr elegant zur Gamelan Musik und kamen dabei von der Ferne immer näher zu uns und dem Gamelan Orchester.
Als es dann an die Barong Aufführung ging fing es schon an Dunkel zu werden. Eins wurde mir hier schon klar, das diese Aufführung bestimmt viel länger dauern dürfte als die in Ubud, das tat sie nämlich bereits jetzt. Barong-Tanz Aufführung in Padang Bai
Die Hauptakteure dieses Tanzes sind der Barong, ein gruselig aussehendes Wesen einem Chinesischen Drachen ähnlich und mit einer Löwenmähne und die Hexe Rangda, die mit einem weißen Tuch einige der Menschen um uns herum in ein extatischen oder besessenen Zustand versetzte um diese dann gegen den Barong und einige Tänzer in Kostümen die an Tiere erinnerten kämpfen zu lassen. Das lies die Zuschauer aufstehen und sie umringten die in den Bann gezogenen. Das Tanzen des Barong und der Hexe Rangda zog sich über Stunden hin bis es zu diesem Höhepunkt kam. Es waren insgesamt 12 Personen die an diesem Tag in dem Bann von Rangda fielen.
Kadek erklärte mir das der Dämon der von diesen Menschen Besitz ergriffen hat jetzt Hunger hätte und sie ihn jetzt dazu über gehen dem das richtige Futter anzubieten. Ich nickte und wusste nicht im geringsten was mich gleich schockieren würde. Abwechselnd hielten Akteure vor den Besessenen, eine Fackel, Eier, Reiswein, oder lebende Kücken hoch, bis diese sich für eines davon entschieden haben und wie wild darauf zu rannten und es verschlangen. Ja richtig lieber Leser/Leserin, es waren tatsächlich welche dabei, die mit zwei bissen, ein lebendes Kücken verschluckten. Es war ein sehr gruseliges Schauspiel, was da vor meinen Augen statt fand. Schreiend rannte vor meinen Augen einer in die Fackel die dann in einem Feuerball auseinander stob. Ich fragte mich wie lange das wohl noch so gehen würde, während ich einen beobachtete, der wohl großen Appetit auf die Kücken hatte und grad das dritte davon, vor meinen Augen verdrückte.Inzenierung Barong Tanz Als offensichtlich keiner mehr was essen wollte, legte man diese 12 Leute auf den Boden während sich immer zwei bis drei Männer um einen davon kümmerten. Dann wurde mit Hilfe des Priesters, eine Zeremonie abgehalten, in der diese Menschen wieder von den Geister, die von Ihnen Besitz ergriffen hatten, befreit wurden.
Kadek schlug mir vor das ich Ihn und einige seiner Freunde noch zu einer Zeremonie zum Meerestempel begleiten könnte. Ich war zwar noch sehr malträtiert, aufgeregt und dennoch Müde, von den Eindrücken die ich grad gewonnen hatte, sagte aber gerne zu.Zeremonie im Meerestempel

Nachdem alle wieder vor dem Tempel sich auf die Strasse gesetzt hatten ging eigentlich eine gleiche Zeremonie wie die mit der alles begann los. Ich setzte mich etwas an den Rand und wartete bis Kadek die Zeremonie hinter sich gebracht und sich von seiner Familie verabschiedet hatte. Danach fuhren wir mit seinem Roller an dem Anlegesteg des Hafens vorbei zu einem kleinen Tempel, der direkt unter einer Felswand, an und in das Wasser gebaut war. Wir warteten vor dem Tempel auf die anderen, mit denen waren wir dann insgesamt Neun. Zu dieser Zeit war es herrlich ruhig, ich genoss die Ruhe. Gleich hinter dem Eingang, der aus einem in zwei hälften geteiltes Tor bestand, war ein Becken das mit Wasser gefüllt war, es ging bis zur gegenüberliegenden Wand, rechts ein Stückchen bis zu einer ich würde mal sagen Terrasse auf der ein Schrein stand und links ging das Becken dann noch bis seitlich zur gegenüber liegenden Mauer, hinter der das Zentrum des Tempels war. Kadek und die anderen, gingen zum Schrein zündeten Räucherstäbchen an und setzten sich vor den Schrein, mit dem Gesicht zum Wasser. Einer von ihnen war wohl auch Priester, denn er hockte sich vor allen anderen hin. Sie sprachen Gebete während Kadek anfing zu lachen, ich kannte dieses Lachen schon es klang wie das lachen und schreien der Leute die beim Barong von Geistern in Besitz genommen wurden. Der Priester machte eine Zeremonie mit ihm anschließend bespritzte er alle mit Wasser. Danach gingen sie durch das Wasser ins innere des Tempels. Ich blieb am Eingang des Tempels, da ich unter dem Sarong eine lange Jeans an hatte, konnte ich diese nicht hochziehen und durch das Wasser laufen, das Knietief war. Nach einiger Zeit kamen sie zurück und Kadek stellte mich nicht nur einigen seiner Freunde vor sondern meinte auch das sie zu noch einem Tempel ganz in der nähe fahren wollten, also sprangen wir auf den Roller und ab ging es zu dem Tempel.

Dieser war deutlich größer, wahrscheinlich der größte von Padang Bai, war aber genau so wie die meisten Tempel auf Bali, mit einem Innenhof, mehrerer Pagoden, einem Altar usw. Diesmal machte ich bei der Zeremonie mit setzte mich im Schneidersitz hin und bekam ein paar Räucherstäbchen, die ich vor mir zwischen die Steinplatten des Bodens steckte. Kadek als Zuschauer beim Barong-TanzEs wurden auch ein paar Blüten verteilt (wovon ich immer noch nicht genau weis was deren Bedeutung ist, ich vermute das es etwas mit dem Schönheitssinn der Balinesen zu tun hat, all das was ich bisher zu sehen bekam, sagt mir das Balinesen ein ausgeprägten Schönheitssinn haben). Ich wußte ja schon was mit meinen Beinen während so einer Zeremonie passieren würde und bewegte mich vorsichtig mal etwas hin und her, wechselte mal das eine Bein nach oben, dann das andere, so konnte ich nach der Zeremonie aufstehen ohne zusammenzubrechen, hatte allerdings dennoch schmerzen. Ich ließ mich auch noch auf ein Pläuschchen mit Kadek´s Freunden ein und wurde auch zu einem Besuch nach Klungkung eingeladen, was ich als eine große Anerkennung empfand. Da ich jetzt, trotz aller Interessanten Eindrücke jetzt total Müde war, kehrte ich ins Kerti, zu meinem angemieteten kleinen Häuschen zurück, um mich schlafen zu legen. Es sei nur am Rande erwähnt das es hier bereits Sonnenaufgang war.

6 Responses to Barong Tanz

  1. Herbertrom

    Hallo,

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    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

    Deoflecken

  2. Herbertrom

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    Schf6ner Artikel, der unsere Parole weder links noch recths endlich mal konstruktiv aufgreift. Musste man bislang doch den Eindruck haben diese Nichteinordnung solle lediglich innere Zerrissenheit fcberdecken.Oft genug wurde diese Parole, auch schon bevor die Piraten sie aufgegriffen haben, dazu missbraucht reaktione4res bis faschistisches Gedankengut verschleiern zu wollen.Dem wird hier eine klare Absage erteilt und das ist gut und richtig!Die genannten beiden Grundprinzipien wfcrde ich gern um die Begriffe demokratisch und sozial erweitern.Unsere Satzung beschreibt unser Selbstverste4ndnis folgendermadfen: Sie (die Piratenpartei) vereinigt Piraten ohne Unterschied der Staatsangehf6rigkeit, des Standes, der Herkunft, der ethnischen Zugehf6rigkeit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichenGesellschaftsordnung gepre4gt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen.Totalite4re, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab. Man kf6nnte also zusammen fassen: Die Piratenpartei steht ffcr Grf6dftmf6gliche Entfaltung des Individuums bei maximaler Chancengleichheit und mf6glichst direkter Demokratie ffcr eine freiheitliche und sozial gerechte Gesellschaftsordnung.@Bernd EckenfelsWenn man daffcr ein Label braucht wfcrde ich statt Links-Liberal ,unter Bezug auf den Politischen Kompass, links-liberte4r oder um den Begriff Links zu pre4zisieren sozial-liberte4r bevorzugen.Alle Begriffe, links, liberal, sozial und liberte4r sind historisch belastet und mfcssten aus unserer Sicht neu ausgestaltet werden.

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